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Dieter Farell | Drucken |

Dieter Farell wurde am 31.07.1934 in Rebesgrün im Vogtland als zweiter Sohn des dortigen Bürgermeisters geboren. Schon seit frühster Kindheit gehörte seine Liebe den Tieren.
Im Alter von acht Jahren sah er zum ersten Mal einen Zirkusfilm und von diesem Augenblick an war es sein Wunsch einmal selbst mit Raubtieren zu arbeiten.
1946 verschlug es die Familie nach Lübeck und Dieter Farell musste auf den Wunsch seines Vaters eine Lehre als Mineralölgroßkaufmann absolvieren. Bereits in den letzten beiden Schuljahren in der Realschule und während seiner Lehre besuchte er täglich den kleinen Tierpark in Lübeck, wo er erste Kontakte mit Löwen aufnahm.
Schnell bemerkte er, dass die Tiere ihn akzeptierten und er begann zunächst drei achtjährige Löwinnen zu dressieren. Die Fehler, die er in seiner Unerfahrenheit machte, wurden von den Tieren mit Prankenhieben quittiert. So lernte er sehr schnell, sich in die Psyche und Verhaltensweisen der Tiere zu versetzen.

1960 kaufte er seine ersten fünf Löwen und stellte damit in kürzester Zeit eine beachtliche Dressurgruppe zusammen. Bis zumtiger_2_reverse.gif Frühjahr 1962 waren seine Vorführungen im Tierpark ein Publikumsmagnet.
Am 21.04.1962 begann die Karriere im kleinen Zirkus "Olympia" in Alsdorf bei Aachen im Alter von 28 Jahren. Ein Jahr später war er bereits im damaligen Großzirkus "Sarasani" engagiert. Die Löwen hatten inzwischen eine enorme Größe und galten in der Fachwelt als die größten dressierten Löwen der Gegenwart.
1964 wurden zwei erwachsene Tiger gekauft und die bestehende Dressurgruppe damit vergrößert. Am 02.11.1966 wurde Dieter Farell während eines Gastspiels in Brüssel von seinen Löwen angefallen als er versuchte, einen Streit zwischen Löwen und Tiger zu schlichten. Schwer verletzt wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, doch bereits nach dreizehn Tagen ließ er sich auf eigene Verantwortung entlassen. Während der schlaflosen Nächte im Krankenhaus hat er sich eine noch größere Raubtiernummer ausgedacht, nachdem er einen Monat nach Verlassen des Krankenhauses schon wieder in Lissabon in der Manege stand.
Im Frühjahr 1967 begann er dann mit der Verwirklichung seiner Traumnummer.
Löwen, Tiger, Leoparden, schwarze Panter und Pumas sollten darin mitwirken - ein schwieriges Vorhaben. Im Oktober 1968 hatte die dreizehnköpfige Raubtiernummer in Frankreich Premiere. Sie bestand aus fünf Tigern, zwei Löwinnen, zwei Leoparden, zwei Pumas und zwei schwarzen Pantern. Nicht nur die Zusammensetzung, sondern auch die sensationellen Tricks machten diese Dressurnummer zu den begehrtesten Darbietungen in der Zirkusbranche.

Es folgte ein Engagement in der Deutschlandhalle in Berlin in der Show "Menschen, Tiere - Sensationen". Nach zwei Jahren Reisen in Frankreich wurde die Gruppe 1971 vom Schweizer Nationalzirkus "Knie" verpflichtet, wo Dieter Farell als jüngster Artist der Welt die goldene
Ernst-Renz-Plakette verliehen bekam. Weitere Engagements in den folgenden Jahren war diese Darbietung in den größten Zirkusunternehmen Europas zu finden. Große Hallengastspiele in Amsterdam, Rotterdam, Paris, Wien und München boten sich im Winter an. Viele Auszeichnungen wie zum Beispiel der silberne Clown aus der Hand von Prinz Rainier in Monte Carlo im Jahre 1979 waren der Lohn für seine besondere Art und Weise mit den Tieren umzugehen.

Dieter Farell verstand es meisterhaft, die humane Dressur zu verwirklichen. Viele Fernsehaufzeichnungen mit berühmten Persönlichkeiten in den Sendungen "Stars in der Manege" machten Dieter Farell zum bekanntesten Einzelartisten in Europa wie eine tiger_2.gifUmfrage zeigte. Die letzten vier Jahre seiner Reisetätigkeit war er beim größten Zirkus Europas, dem Zirkus "Krone" aus München. Ebenfalls engagiert war seine Tochter Monica mit einer einmaligen Raubtierdarbietung, zwei schwarze Panter, die nicht nur auf Pferden ritten, sondern auch von Pferd zu Pferd sprangen. Nachdem die Tochter den Umgang mit Raubtieren von ihm gelernt hatte, nahm er seinen Sohn René in die Lehre und bildete ihn in der Kunst der Raubtierdressur aus. Heute noch steht Dieter Farell täglich mit Tigern im Trainingskäfig und wird auch in Dassow im Tigerpark seine Begabung im Umgang mit diesen schönen, gefährlichen Tieren unter Beweis stellen.

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